Viele Tierhalter beschäftigen sich erst mit einer Tierkrankenversicherung oder OP-Versicherung, wenn bereits etwas passiert ist. Vielleicht hatte der Hund schon eine Operation, die Katze leidet an einer chronischen Krankheit oder das Pferd hatte bereits eine Lahmheit.
Spätestens dann stellt sich die Frage:
Kann ich mein Tier mit einer Vorerkrankung überhaupt noch versichern?
Die kurze Antwort lautet: Ja, in vielen Fällen ist das möglich – allerdings meist mit Einschränkungen.
Damit du besser einschätzen kannst, welche Möglichkeiten es gibt, schauen wir uns in diesem Artikel genauer an, wie Versicherungen mit Vorerkrankungen umgehen und welche Optionen Tierhalter trotzdem haben.
Was gilt eigentlich als Vorerkrankung?
Als Vorerkrankung gilt grundsätzlich jede Krankheit oder Diagnose, die vor Abschluss einer Versicherung bereits bekannt war oder tierärztlich behandelt wurde.
Typische Beispiele sind zum Beispiel:
Beim Hund
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Kreuzbandriss
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Allergien
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Hüftdysplasie (HD)
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Bandscheibenprobleme
Bei Katzen
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Zahnprobleme
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Schilddrüsenerkrankungen
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Diabetes
Bei Pferden
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Lahmheiten
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Sehnenverletzungen
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Kolikbehandlungen
Sobald eine solche Diagnose dokumentiert ist, wird sie von Versicherern meist als bestehendes Risiko eingestuft.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass dein Tier gar nicht mehr versichert werden kann.
Mittelmeerkrankheiten bei Hunden aus dem Tierschutz
Ein Thema, das in den letzten Jahren deutlich häufiger geworden ist, sind sogenannte Mittelmeerkrankheiten.
Dazu gehören beispielsweise:
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Leishmaniose
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Ehrlichiose
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Babesiose
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Anaplasmose
Der Grund, warum diese Erkrankungen heute häufiger Thema sind, liegt vor allem daran, dass der Auslandstierschutz in den letzten Jahren deutlich mehr Aufmerksamkeit und Reichweite bekommen hat.
Noch vor einigen Jahren kamen vergleichsweise wenige Hunde aus Ländern wie Spanien, Italien, Griechenland oder Rumänien nach Deutschland. Durch soziale Medien, engagierte Tierschutzvereine und eine größere öffentliche Aufmerksamkeit entscheiden sich heute jedoch deutlich mehr Menschen dafür, einem Hund aus dem Ausland ein Zuhause zu geben.
Das ist eine wunderbare Entwicklung – bringt aber auch neue Themen mit sich, die viele Tierhalter vorher gar nicht kannten.
Denn einige dieser Hunde bringen Krankheiten mit, die in Deutschland früher kaum vorkamen.
Gerade bei Leishmaniose oder anderen Mittelmeerkrankheiten stellt sich dann oft die Frage:
Kann mein Tierschutzhund trotzdem noch versichert werden?
Auch hier gilt: Eine Versicherung ist häufig noch möglich – allerdings werden bestehende Krankheiten in der Regel vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.
Warum Versicherungen Vorerkrankungen ausschließen
Versicherungen funktionieren nach dem sogenannten Solidarprinzip.
Viele Versicherte zahlen Beiträge ein, damit im Schadensfall die Kosten einzelner übernommen werden können.
Wenn ein Tier bereits eine bekannte Krankheit hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dafür in Zukunft weitere Behandlungen notwendig werden.
Deshalb schließen Versicherer solche Erkrankungen normalerweise vom Versicherungsschutz aus.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass dein Tier komplett ohne Absicherung bleiben muss.
Welche Versicherungen trotz Vorerkrankung möglich sind
Auch wenn eine vollständige Tierkrankenversicherung manchmal schwierig wird, gibt es häufig noch sinnvolle Alternativen.
OP-Versicherung
Eine OP-Versicherung ist oft leichter abzuschließen als eine vollständige Krankenversicherung.
Sie übernimmt die Kosten für chirurgische Eingriffe, zum Beispiel bei:
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Knochenbrüchen
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Tumoroperationen
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Darmverschlüssen
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Magendrehungen
Bestehende Krankheiten werden zwar ausgeschlossen, andere Operationen können jedoch trotzdem abgesichert sein.
Gerade für Hunde oder Pferde kann das bereits eine wichtige finanzielle Entlastung sein.
Versicherung mit Leistungsausschluss
Einige Versicherer bieten Tarife an, bei denen bestimmte Krankheiten einfach ausgeschlossen werden.
Ein Beispiel:
Ein Hund hat bereits eine diagnostizierte Hüftdysplasie.
In diesem Fall könnte der Versicherungsschutz so aussehen:
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Behandlungen rund um die Hüfte → ausgeschlossen
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andere Krankheiten und Verletzungen → versichert
Diese Lösung kann sinnvoll sein, wenn dein Tier ansonsten gesund ist.
Tierhalterhaftpflicht
Die Tierhalterhaftpflichtversicherung funktioniert anders als eine Krankenversicherung.
Hier spielt der Gesundheitszustand des Tieres normalerweise keine Rolle.
Sie greift immer dann, wenn dein Tier anderen Personen oder deren Eigentum Schaden zufügt.
Gerade bei Hunden – und in vielen Bundesländern auch verpflichtend – gehört die Haftpflicht zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt.
Warum der Zeitpunkt beim Abschluss so wichtig ist
Der beste Zeitpunkt für eine Tierkrankenversicherung oder OP-Versicherung ist so früh wie möglich im Leben des Tieres.
Der Grund ist einfach:
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Vorerkrankungen sind noch kein Thema
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Beiträge sind meist günstiger
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mehr Versicherer kommen infrage
Viele Tierhalter beschäftigen sich allerdings erst mit dem Thema, wenn bereits eine Erkrankung vorliegt. Dann wird die Auswahl häufig kleiner.
Ehrliche Angaben sind besonders wichtig
Wenn dein Tier bereits behandelt wurde oder eine Diagnose hat, solltest du das bei der Antragstellung unbedingt korrekt angeben.
Versicherungen stellen in der Regel Fragen wie:
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Gab es in den letzten Jahren tierärztliche Behandlungen?
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Liegen bekannte Krankheiten vor?
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Wurde das Tier bereits operiert?
Falsche oder unvollständige Angaben können im Ernstfall dazu führen, dass der Versicherer Leistungen ablehnt.
Deshalb ist es sinnvoll, vor dem Abschluss die Tierarztunterlagen griffbereit zu haben.
Fazit: Auch mit Vorerkrankung gibt es oft noch Möglichkeiten
Eine bereits bekannte Krankheit bedeutet nicht automatisch, dass dein Tier gar nicht mehr versichert werden kann.
In vielen Fällen gibt es noch Optionen wie:
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OP-Versicherungen
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Tarife mit Leistungsausschlüssen
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Tierhalterhaftpflichtversicherungen
Gerade bei Tierschutzhunden oder älteren Tieren lohnt es sich deshalb, die Möglichkeiten individuell zu prüfen.
Denn jedes Tier hat eine eigene Geschichte – und manchmal gibt es Lösungen, an die man zuerst gar nicht denkt.