7 wichtige Punkte für Hunde- und Katzenhalter
Eine Tierversicherung kann im Ernstfall enorme finanzielle Entlastung bringen. Doch bevor man eine Versicherung für seinen Hund oder seine Katze abschließt, sollte man sich gut informieren. Denn: Nicht jede Tierversicherung ist gleich – und nicht jeder Tarif passt zu jedem Tier.
Viele Tierhalter beschäftigen sich erst mit dem Thema, wenn bereits eine hohe Tierarztrechnung auf dem Tisch liegt. Dann ist es jedoch oft zu spät. In diesem Artikel erfährst du ausführlich, worauf du vor dem Abschluss einer Tierversicherung unbedingt achten solltest, welche typischen Fehler vermieden werden sollten und wie du eine sichere Entscheidung für dich und dein Tier triffst.
Warum ist die richtige Wahl einer Tierversicherung so wichtig?
Tierarztkosten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Moderne Diagnostik, spezialisierte Behandlungen und Notfallversorgung haben ihren Preis. Eine Operation beim Hund kann schnell 2.000–4.000 Euro kosten, bei Katzen sind ebenfalls hohe vierstellige Beträge möglich.
Eine Tierversicherung kann helfen, diese Kosten abzufedern. Doch nur, wenn die Leistungen auch wirklich passen.
1️⃣ Wartezeiten – Ab wann gilt der Versicherungsschutz?
Ein besonders wichtiger Punkt sind die sogenannten Wartezeiten.
Viele Versicherungen haben:
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allgemeine Wartezeiten (z. B. 30 Tage)
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verlängerte Wartezeiten für bestimmte Erkrankungen
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besondere Regelungen bei Operationen
Das bedeutet: Direkt nach Vertragsabschluss besteht meist noch kein voller Schutz.
Wichtig zu prüfen:
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Wie lange beträgt die Wartezeit?
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Gibt es Ausnahmen bei Unfällen?
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Entfallen Wartezeiten bei bestimmten Tarifen?
Je früher man eine Tierversicherung abschließt, desto besser – idealerweise im jungen und gesunden Alter des Tieres.
2️⃣ Leistungsumfang – Was ist wirklich versichert?
Nicht jede Tierversicherung deckt automatisch alle Leistungen ab.
Man unterscheidet meist zwischen:
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OP-Versicherung (deckt nur Operationen ab)
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Vollversicherung / Krankenversicherung für Tiere
Fragen, die du dir stellen solltest:
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Sind ambulante Behandlungen enthalten?
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Werden Diagnostik (z. B. Röntgen, MRT) übernommen?
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Sind Medikamente mitversichert?
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Gibt es Begrenzungen pro Jahr?
Viele Tarife werben mit günstigen Beiträgen – sparen aber bei den Leistungen.
3️⃣ Erstattungshöhe und Gebührenordnung (GOT)
Tierärzte rechnen nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ab. Je nach Aufwand kann der einfache, zweifache oder sogar vierfache Satz berechnet werden – besonders bei Notfällen.
Wichtig:
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Erstattet die Versicherung nur zum 1-fachen oder bis zum 3- oder 4-fachen GOT-Satz?
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Gibt es jährliche Höchstgrenzen?
Eine zu niedrige Erstattung kann im Ernstfall zu hohen Eigenanteilen führen.
4️⃣ Selbstbeteiligung – Wie viel musst du selbst zahlen?
Viele Tarife arbeiten mit einer Selbstbeteiligung.
Diese kann:
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pro Jahr festgelegt sein
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pro Behandlung gelten
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prozentual (z. B. 10–20 %) sein
Eine Selbstbeteiligung senkt oft den monatlichen Beitrag – bedeutet aber im Schadensfall höhere Eigenkosten.
Hier gilt:
Nicht nur auf den monatlichen Beitrag schauen, sondern auf das Gesamtbild.
5️⃣ Ausschlüsse – Was ist nicht versichert?
Ein besonders sensibler Punkt sind Leistungsausschlüsse.
Nicht versichert sind oft:
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bereits bestehende Erkrankungen
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bestimmte rassetypische Krankheiten
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Vorsorgeleistungen (je nach Tarif)
Deshalb ist Transparenz entscheidend. Lies die Bedingungen sorgfältig oder lass dich verständlich beraten.
6️⃣ Alter und Gesundheitszustand des Tieres
Je älter ein Tier ist, desto:
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höher der Beitrag
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eingeschränkter die Tarifauswahl
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wahrscheinlicher Leistungsausschlüsse
Viele Versicherer haben Altersgrenzen für Neuabschlüsse.
Deshalb gilt:
Eine Tierversicherung lohnt sich besonders im jungen Alter des Tieres.
7️⃣ Beitragsentwicklung – Bleibt der Preis konstant?
Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Beitragsentwicklung.
Fragen, die du dir stellen solltest:
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Gibt es altersbedingte Beitragserhöhungen?
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Sind Anpassungen bei steigenden Tierarztkosten möglich?
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Wie transparent kommuniziert der Anbieter?
Ein günstiger Einstiegspreis bedeutet nicht automatisch langfristige Stabilität.
Typische Fehler beim Abschluss einer Tierversicherung
Viele Tierhalter machen diese Fehler:
❌ Nur auf den Preis achten
❌ Wartezeiten ignorieren
❌ Bedingungen nicht lesen
❌ Zu lange warten
❌ Keine Beratung in Anspruch nehmen
Eine Tierversicherung ist kein Impulskauf, sondern eine langfristige Entscheidung.
Für wen ist eine Tierversicherung besonders sinnvoll?
Eine Tierversicherung kann besonders sinnvoll sein für:
-
Hunde– und Katzenhalter, die finanzielle Planungssicherheit wünschen
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junge Tiere
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Rassen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko
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Menschen, die im Ernstfall nicht zwischen Kosten und Behandlung abwägen möchten
Am Ende geht es nicht nur um Geld – sondern um Ruhe und Sicherheit.
Fazit: Informiert entscheiden statt später bereuen
Eine Tierversicherung kann eine wertvolle Unterstützung sein – wenn sie richtig gewählt wird.
Wer sich vor dem Abschluss ausreichend informiert, Wartezeiten prüft, Leistungen vergleicht und langfristig denkt, trifft eine sichere Entscheidung für sich und sein Tier.
Sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen bedeutet Verantwortung – und genau das verdient dein Tier.
🤍 Auf meinem Blog und Instagram-Profil @amystierversicherung teile ich regelmäßig verständliche Tipps rund um Tierversicherungen – ohne Fachchinesisch und ohne Verkaufsdruck.
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